Äußerung „beschissenes Wochenende“ abmahnfähig

Eine Abmahnung gegenüber einem Arbeitnehmer ist rechtmäßig, wenn der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber ein „beschissenes Wochenende“ oder ein „Scheißwochenende“ gewünscht hat. Diese Äußerungen sind als unangemessen und respektlos einzuschätzen.

 

Im zugrundeliegenden Sachverhalt forderte ein Arbeitnehmer, dass einige Abmahnungen aus seiner Personalakte entfernt werden. Die Abmahnung wurden vom Arbeitgeber ausgesprochen, da der Arbeitnehmer dem im Betrieb angestellten Meister desöfteren ein „Scheißwochende“ oder ein „beschissenes Wochenende“ gewünscht hat. Der Arbeitnehmer hatte sich derart geäußert, da er eine Vielzahl von Überstunden machen musste und somit sein Wochenende ruiniert gewesen ist.

Das Landesarbeitsgericht Mainz gab dem Kläger nicht Recht.

Nach Ansicht des Gerichts ist eine Entfernung von Abmahnungen aus der Personalakte nur dann möglich, wenn die Abmahnung zu Unrecht erteilt wurde. Im vorliegenden Fall sind die Abmahnungen jedoch rechtmäßig, da es sich bei den Aussagen des Klägers um unangemessene Äußerungen handelt, die zu einem Verstoß gegen seine Pflichten aus dem Arbeitsvertrag führen. Der respektvolle Umgang mit den Arbeitskollegen gehört nämlich zu einer dieser Pflichten.

(LAG Mainz, Urteil vom 23.08.11 – 3 Sa 150/11)

 

2013-10-04T13:22:41+00:00 Kategorien: Aktuelle Rechtsinformationen, Arbeitsrecht|