Allgemeininteresse am Alltag

In einer Zeitschrift wurden Fotos von Charlotte von Monaco und ihrem Freund abgedruckt. Dagegen ging die Klägerin insbesondere deshalb vor, weil sie keine Einwilligung zur Veröffentlichung dieser Fotos gegeben hat.

Grundsätzlich ist zwar eine solche Einwilligung erforderlich für die Zulässigkeit einer Fotoveröffentlichung, dieses Erfordernis kann aber insbesondere bei Prominenten entfallen. Befinden sich prominente Personen nämlich innerhalb eines zeitgeschichtlichen Ereignisses, so fällt die Interessenabwägung zwischen der Pressefreiheit, dem öffentlichen Interesse und dem Persönlichkeitsrecht der Betroffenen meist zu Gunsten der Presse aus. Den Medien kommt nämlich grundsätzlich ein Ermessen hinsichtlich der Einschätzung des Allgemeininteresses an Bildern von Prominenten zu. So kann es durchaus sein, dass die Normalität des Alltaglebens der Prominenten gerade im öffentlichen Interesse liegt und daher Fotos davon sehr wohl veröffentlicht werden dürfen. Irrelevant ist bei der Beurteilung der Bildveröffentlichungen, ob und inwieweit die dazugehörige Berichterstattung unzulässig war. (BGH, Urteil vom 13.04.2010 – Az. VI ZR 125/08)

2013-10-04T13:26:29+00:00 Kategorien: Aktuelle Rechtsinformationen|