Innerhalb eines Auskunftsverfahrens bei P2P-Fällen sind die Gerichtsgebühren nach § 101 Abs.9 UrhG i.V.m. § 128c KostO festzusetzen.

Dabei fallen pro IP-Adresse Kosten in Höhe von 200 Euro an. Diese Kosten sollen einerseits den tatsächlichen Aufwand des Gerichts decken und andererseits der Bedeutung der abzuwägenden Gesichtspunkte Rechnung tragen. Im Einzelfall kann die vorgesehene Gebühr jedoch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnlos erscheinen, da ein Auskunftsverfahren nicht mehr zu finanzieren wäre. Zwar können die Kosten in späteren Verfahren als Schadensersatz geltend gemacht werden, allerdings geht aus den Gesetzesmaterialien nicht zwingend hervor für jede IP-Adresse 200 Euro zu verlangen. Ganz im Gegenteil, es wird nur deutlich, dass insbesondere der gerichtliche Aufwand abgedeckt werden soll. Allerdings erfordert ein Antrag auf 200 IP-Adressen nicht zwingend einen 200-fachen gerichtlichen Aufwand. Dieser muss sich insbesondere auch danach richten, inwieweit inhaltlich unterschiedliche Anträge zusammengefasst werden können. Nur weil es sich um verschiedene IP-Adressen handelt, kann nicht auf mehrere Anträge geschlossen werden. Daher kommt es bei der Kostenentscheidung nicht auf die Anzahl der IP-Adressen an. (OLG Frankfurt a. M., Beschluss vom 15.04.2009 – Az. 11 W 27/09)