Telefoninterviewer sind Arbeitnehmer

In steuerrechtlicher Hinsicht sind Telefoninterviewer, die für ein Meinungsforschungsinstitut tätig sind, nicht als Selbstständige sondern als Arbeitnehmer anzusehen. Das Meinungsforschungsinstitut ist daher als Arbeitgeber verpflichtet die Lohnsteuer einzubehalten und abzuführen.

Im vorliegenden Sachverhalt war die Klägerin ein Meinungsforschungsinstitut, das Telefoninterviewer auf freiberuflicher Basis beschäftigt hatte. Ihre Bezahlung berechnete sich nach der Anzahl der Interviews pro Stunde sowie der erfolgreich abgeschlossenen Interviews. Die Klägerin behielt aber weder die Lohnsteuer ein noch die Beiträge zur Sozialversicherung.

Das zuständige Finanzamt machte die Lohnsteuer gegen die Klägerin geltend. Hiergegen wendet sich die Klägerin.

Das Finanzgericht Köln gab der Klägerin nicht Recht und bejahte die Arbeitnehmereigenschaft der Telefoninterviewer.

Die Haftungssumme wurde jedoch auf ein Fünftel des vom Finanzamt angesetzten Steuerhaftungsbetrages reduziert. Dies begründete das Gericht damit, dass die Interviewtätigkeit überwiegend als Aushilfs- oder Nebenjob ausgeübt wird und daher bei einer großen Anzahl der Arbeitnehmer gar keine Lohnsteuer angefallen ist.

(FG Köln, Urteil vom 14.03.12 – 2 K 476/06, Pressemitteilung des FG Köln vom 02.07.12)

 

2013-10-04T13:22:35+00:00 Kategorien: Aktuelle Rechtsinformationen, Arbeitsrecht|