Die Aufforderung eines Arbeitgebers an eine Arbeitnehmerin zur Teilnahme an einem Sprachkurs  stellt kein Diskriminierung dar.

Im zugrundeliegenden Sachverhalt forderte ein Schwimmbadbetreiber seine kroatische Reinigungskraft zur Absolvierung eines Deutschkurses auf. Die Arbeitnehmerin war zwar hauptsächlich als Reinigungskraft tätig, kassierte aber auch hin und wieder die Eintrittsgelder. Da die Deutschkenntnisse der Arbeitnehmerin sehr schlecht und nicht ausreichend für eine solche Tätigkeit waren, forderte der Schwimmbadbetreiber die kroatische Reinigungskraft auf, in ihrer Freizeit und auf eigene Kosten einen Deutschkurs zu besuchen.
Da die Arbeitnehmerin jedoch einen solchen Sprachkurs verweigerte, erhielt sie von ihrem Arbeitgeber eine Abmahnung. Hierdurch sah sich die kroatische Reinigungskraft in ihren Rechten verletzt und wertete diese Abmahnung als Diskriminerung aufgrund ihrer kroatischen Herkunft.
Das Bundesarbeitgerichts gab der Klägerin nicht Recht.
Nach Ansicht des Gerichts kann eine ausländische Angestellte durchaus zu einem Sprachkurs aufgefordert werden, wenn dies ihr Arbeitsbereich erfordert. Ob dieser während der Arbeitszeit stattfinden darf bzw. vom Arbeitnehmer selbst bezahlt werden muss, ist vom jeweilig gültigen Tarifvertrag abhängig.
(BAG, Urteil vom 22.06.11 – 8 AZR 48/10)