Versteigert ein Gerichtsvollzieher eine Sache öffentlich im Internet, so trifft auch ihn die Pflicht die Ware im Versandfall ordentlich zu verpacken. Hierbei ist auf die Verpackungsbedingungen des jeweiligen Versandunternehmens abzustellen.

Im vorliegenden Sachverhalt hatte der Kläger mittels einer Justizauktion einen Kaffeautomaten bei einer öffentlichen Online-Versteigerung erworben. Die ihm zugeschickte Ware kam jedoch beschädigt bei ihm an. Der Kläger verlangte vom Land Schadensersatz wegen Amtspflichtverletzung.

Das Landgericht Magdeburg sprach dem Kläger keinen Anspruch zu.

Grundsätzlich sind nach Ansicht des Gerichts die Haftungsvorschriften anwendbar. Jedoch hat im vorliegenden Fall der zuständige Gerichtsvollzieher die Ware ordnungsgemäß verpackt, daher hat der Gerichtsvollzieher seine Pflicht erfüllt. Wenn die Ware entsprechend den Versandbedingungen des jeweiligen Versandunternehmens verpackt worden ist, kann dem Gerichtsvollzieher kein Vorwurf gemacht werden.

(LG Magdeburg, Urteil vom 24.11.11 – 10 O 672/11)