Werden mehrere eigenständige Rechtsverletzungen begangen, so hat der Beklagte jede einzelne Verletzung bestreiten. Ist ein Werk von einer ermittelten IP-Adresse veröffentlicht worden, trifft den Inhaber des Anschlusses die Vermutung, für die Rechtsverletzung verantwortlich zu sein. 

Im zugrundeliegenden Sachverhalt war die Klägerin Herstellerin und Vertreiberin von Computerspielen. Vom Anschluss der Beklagten aus wurde ein Computerspiel, das von der Klägerin produziert wurde, zu zwei nachgewiesenen Zeitpunkten öffentlich zugänglich gemacht. Daraufhin forderte die Klägerin Unterlassung des öffentlichen Zugänglichmachens und Schadensersatz von der Beklagten.

Das Landgericht Köln gab der Klägerin Recht.

Die erste gerügte Urheberrechtsverletzung wurde von der Beklagten bestritten, zur zweiten äußerte sich die Beklagte nicht. Auch ein konkludentes Bestreiten lag seitens der Beklagten nicht vor, obwohl sie mehrmals darauf hingewiesen wurde, dass eine Stellungnahme zur zweiten Rechtsverletzung notwendig ist.

Daher kann das Gericht davon ausgehen, dass die Rechtsverletzungen von der Beklagten begangen wurden.

(LG Köln, Urteil vom 30.11.2011 – 28 O 482/10)