Die Oberbürgermeisterin von Dresden, Helma Orosz, wurde auf einem Gemälde nackt mit rosafarbenen Strapsen und der Bürgermeisterkette dargestellt.

Im Zusammenhang mit dem Tag des offenen Ateliers in Dresden wurde dieses Gemälde mit der Überschrift „Frau Orosz wirbt für das Welterbe“ im Internet sowie in Zeitungen veröffentlicht. Es soll erkennbar auf den umstrittenen Bau einer Brücke in Dresden hinweisen. Das Gemälde ist ein Bild aus der aktuellen Zeitgeschichte und verletzt die Oberbürgermeisterin nicht in ihren Rechten. Das Bild stellt ersichtlich weder das Sexualleben der Betroffenen dar noch wird die Oberbürgermeisterin in reißerischer Manier oder als Objekt männlicher Begierde zur Schau gestellt. Das Bild muss als Kunst im verfassungsrechtlichen Sinn verstanden werden und zeigt in satirischer Art ein aktuelles politisches Geschehen, was insbesondere durch die Bürgermeisterkette zum Ausdruck kommt, die als Symbol der politischen Amtsausübung gesehen werden muss. Übertreibungen, Verzerrungen und Verfremdungen sind der Satire aber wesenseigen, so dass ein Freiraum bis zur Grenze der Schmähkritik vorliegt. Die Zurschaustellung des Gemäldes überschreitet diese Grenze aber gerade nicht und verletzt die Oberbürgermeisterin nicht in ihren berechtigten Interessen. (OLG Dresden, Urteil vom 16.04.2010 – Az. 4 U 127/10)