Internetblogs und Presserecht

Blogs im Internet erfreuen sich immmer größerer Beliebtheit. Zu jedem Themenkreis gibt es mittlerweile zahlreiche Blogger, die sowohl über das Tagesgeschehen berichten als auch ihre Meinungen zu verschiedenen Themen im Internet verbreiten.

 

Die Blogger schreiben zunehmend professioneller und nähern sich damit dem Berufsbild des Journalisten immer mehr an. Insbesondere da es keine bestimmte Prüfung oder eine absolvierte Ausbildung erfordert um sich als Journalist zu bezeichnen.

Diese professionelle Auftreten hat jedoch zunehmend rechtliche Schattenseiten, da der Presse und professionellen Journalisten eine besondere Sorgfaltspflicht bei der Verbreitung nachteiliger Tatsachen zukommt. Eine solche Prüfpflicht ist bei Nichtjournalisten begrenzt, somit wird im Zweifel zu Gunsten des Nichtjournalisten entschieden.

Sobald jedoch der Blog insoweit professioneller wird, als dass das Laienprivileg der Online-Publikation nicht mehr zu Gute kommt, kommt ein hohes rechtliches Risiko auf den Verantwortlichen zu.

Wie Blogs rechtlich grundsätzlich einzustufen sind, ist noch nicht entschieden. Daher kommt es auf den Einzelfall, inwiefern den Blogger hohe oder niedrige rechtliche Sorgfaltspflichten treffen.

Bei Verletzung von solchen Sorgfaltspflichten können Gegendarstellungs- und Berichtigungsansprüche sowie eventuelle Schadensersatzforderungen auf den Blogger zukommen. Daher sind die Blogger, sowohl Professionelle als auch Laien zu einer erhöhten Sorgfalt bei ihrer Berichterstattung aufgefordert, damit rechtliche Konsequenzen so gut es geht vermieden werden können.

(c`t 2012, Heft 10, S. 138ff)

 

2013-10-04T13:22:36+00:00Kategorien: Aktuelle Rechtsinformationen, Äußerungsrecht|