Nach einem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofs muss eine Zeitung nicht die namentliche Nennung eines Mörders aus ihrem Online-Archiv entfernen.

Im zugrundeliegenden Sachverhalt verklagte ein verurteilter Straftäter, der einen prominenten Schauspieler ermordert hatte, eine Zeitung, in deren Onlinearchiv ein älterer Artikel über das Verfahren gegen den Kläger bereitgehalten wurde, auf Löschung der namentlichen Nennung des Klägers.
Der Bundesgerichtshof sprach dem Kläger diesen Anspruch nicht zu.
Nach Meinung des Gerichts ist im vorliegenden Fall eine Abwägung zwischen den Interessen des Klägers und der Meinungsfreiheit bzw. dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit vorzunehmen. Die namentliche Nennung des Klägers könnte ihm zwar eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft erschweren, insgesamt gesehen geht jedoch das Informationsinteresse der Öffentlichkeit vor.
(BGH, Urteil vom 01.02.11 – VI ZR 345/09)