Leiharbeiter hat rückwirkend Nachzahlungsanspruch auf „normalen“ Lohn

Ein Leiharbeiter kann auch rückwirkend die fehlende Differenz zur Vergütung von festangestellten Mitarbeitern gerichtlich geltend machen.

Im zugrundeliegenden Fall war die Beklagte eine Leiharbeits-Firma. Die Klägerin war bei der beklagten Firma als Leiharbeiterin tätig. Sie wurde an eine Firma als Helferin vermittelt, bei der sie zunächst einen Stundelohn von 7,35 Euro erhielt, der später dann auf 7,60 Euro erhöht wurde. Im Gegensatz hierzu erhielten die festangestellten Mitarbeiter der Firma für die gleiche Arbeit aber einen Stundenlohn von 9,02 Euro. Die Klägerin sah sich hierdurch in ihren Rechten verletzt und verlangte im Nachhinein nach dem Grundsatz des „Equal Pay“ den gleichen Stundenlohn wie die festangestellten Mitarbeiter.

Das Arbeitsgericht Herford gab der Klägerin Recht.

Nach Ansicht des Gerichts hat die Klägerin einen Nachzahlungsanspruch bezüglich des zu geringen bisherigen Lohns. Die Tarifverträge, auf die die beklagte Firma verweist, sind nicht gültig, da die CGZP in diesen Fällen nicht tariffähig ist. Außerdem ist nach Meinung des Gerichts auch eine tarifvertragliche Regelung mit weiteren Einzelgewerkschaften nichtig, da solche Einzelgewerkschaften mit dem Abschluss solcher Verträge ihre Zuständigkeit überschreiten.

Daher hat die Leiharbeiterin einen Ausgleichsanspruch auf einen „normalen“ Lohn von 9,02 Euro pro Stunde.

(ArbG Herford, Urteil vom 04.05.11 – 2 Ca 144/11)

2013-10-04T13:25:28+00:00Kategorien: Aktuelle Rechtsinformationen, Arbeitsrecht|