Löschen eines Profils von Homepage nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Veröffentlicht ein Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses immer noch persönliche Daten und Fotos des ehemaligen Arbeitnehmers, so ist das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers verletzt.

Im zugrundeliegenden Fall war die Klägerin als Rechtsanwältin bei der beklagten Steuerberater- und Anwaltssozietät beschäftigt. Während des bestehenden Arbeitsverhältnisses wurde die Klägerin mit entsprechendem Profil und als Meldung auf der Newsseite auf der Homepage der Beklagten veröffentlicht. Diese Veröffentlichung erfolgte mit Einverständnis der Klägerin. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wurde zwar das Profil der Klägerin gelöscht, die Meldung auf der Newsseite der Homepage blieb aber weiter bestehen.

Das Landesarbeitsgericht Frankfurt am Main erließ eine einstweilige Verfügung gegen die Beklagte.

Nach Ansicht des Gerichts greift die Veröffentlichung nach Vertragsende in das Persönlichkeitsrecht der Klägerin ein. Durch das nicht Löschen auf der Newsseite ensteht der unzutreffende Eindruck, dass die Klägerin weiterhin für die Beklagte arbeitet. Dadurch ensteht der Klägerin ein wettbewerbsrechtlicher Nachteil. Ein berechtigtes Interesse der Beklagten an der Veröffentlichung der Daten der Klägerin nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses gibt es nicht.

(LAG Frankfurt am Main, Urteil vom 24.01.12 – 19 SaGa 1480/11)

2013-10-04T13:22:38+00:00 Kategorien: Aktuelle Rechtsinformationen, Arbeitsrecht|