„Junger Arbeitnehmer“ diskriminiert

Im Arbeitsrecht gilt grundsätzlich das Verbot von Diskriminierungen. Dieses betrifft auch Diskriminierungen aufgrund des Alters des Arbeitnehmers. Im vorliegenden Fall wohl eher des potentiellen Arbeitnehmers, da die Beklagte mittels einer Anzeige

„zunächst auf ein Jahr befristet eine(n) junge(n) engagierte(n) Volljuristin/Volljuristen“ suchte.

Altersdiskriminierung bei Einstellung

Der 1958 geborene Kläger enthielt ohne ein Vorstellungsgespräch eine Absage, während eine 33-jährige Juristin eingestellt wurde. Stellen sind gemäß § 7 AGG „altersneutral“ auszuschreiben, es sei denn es liegt ein in § 10 AGG genannter Ausnahmegrund vor, der eine unterschiedliche Behandlung aufgrund des Alters erfordert. Wird eine Stelle, wie im streitgegenständlichen Fall, unter Verletzung des Altersdiskriminierungsverbots veröffentlicht, so steht dem „älteren“ Bewerber, der abgelehnt wurde, ein Anspruch auf Entschädigung zu.

Schadensersatz wegen Diskriminierung

Dass dem nicht so ist und der ältere Bewerber aufgrund anderer Kriterien abgelehnt wurde, hat der Arbeitgeber zu beweisen. Grundsätzlich ist eine diskriminierende Stellenanzeige jedoch ein Indiz für die Ablehnung aufgrund des Alters. Allerdings muss der Arbeitnehmer beweisen können, dass er ohne die Diskriminierung eingestellt worden wäre, wenn er einen Entschädigungsanspruch in Höhe eines Jahresgehalts fordert.

(BAG, Urteil vom 19.08.2010 – Az.: 8 AZR 530/09)