Nachdem das Oberlandesgericht Hamburg in Rapidshare ein „die Rechtsordnung missbilligendes Geschäftsmodell“ gesehen hat, schloss nun das Oberlandesgericht Düsseldorf eine Haftung des Sharehosters für Urheberrechtsverletzungen seiner User aus.

Es ist nämlich nach Ansicht des Oberlandesgerichts Düsseldorf grundsätzlich davon auszugehen, dass ein Großteill der User die Webseite „rapidshare.de“ legal nutzt und keine Rechtsverletzungen begeht. Um eine Haftung anzunehmen genügt es daher nicht, dass der Speicherdienstanbieter Rapidshare Rechtsverletzungen druch seiner User lediglich billigend in Kauf nimmt. Spezielle Prüfungs- bzw. Überwachungspflichten von Rapidshare kann das Oberlandesgericht Düsseldorf ebenfalls nicht erkennen. Die Nutzung eines Wortfilters führt nicht zu den gewünschten Ergebnissen, da von den Usern mesit externe Links verwendet werden, die nicht auf konkrete Dateinamen angewiesen sind. Urheberrechtlich geschützte Inhalte werden von Nutzern vor dem Upload meist verschlüsselt, so dass der Inhalt für den Serverbetreiber ohne den Schlüssel nicht mehr erkennbar ist. Auch eine permanente manuelle Überwachung ist den Betreiberns von Rapidshare nicht zumutbar, da der Aufwand hierfür, die angemessene Grenze überschreitet. Das bedeutet, dass die Antragsgegnerin allein über 25.000 Links zunächst einmal auf die entsprechende Linksammlung folgen müssen, um dann einen Link auf die Server der Antragsgegnerin zu ermitteln, diesem zu folgen und zu prüfen, ob es sich um einen funktionierenden Link zu einer Kopie des streitgegenständlichen Filmwerkes handelt. Die kann nicht von Rapidshare verlangt werden. (OLG Düsseldorf, Urteil vom 06.07.2010 – Az.: I-20 U 8/10)