Gegenstände der angewandten Kunst müssen einen größeren Grad an Individualität aufweisen um urheberrechtlichen Schutz genießen zu können. Sie sind aber trotzdem grundsätzlich durch das UrhG geschützt.

Im Gegenteil dazu stehen die sachlich-schlicht gestalteten Gegenstände der Funktionsästhetik, die lediglich ausnahmsweise urheberrechtlich geschützt sind. Unter Funktionsästhetik sind alle Gegenstände zu fassen, die lediglich Gebrauchs- und Bedarfsgegenstände sind und eine gewissen künstlerische Formgebung aufweisen. Diese Gegenstände sind zwar geschmacksmusterfähig, Urheberrechtsschutz können sie lediglich durch einen sehr hohen Grad an Eigentümlichkeit verlangen. Davon ausgenommen sind alle Formen, auch wenn diese ein ausgearbeitetes Design aufweisen, die auf bekannte, vorgegebene oder allgemein übliche Vorbilder zurückgehen. Der Gegenstand müsste die durchschnittliche Gestaltung deutlich überragen und seine Eigentümlichkeit weit über die Gebrauchsmusterfähigkeit hinausreichen. Lediglich die Idee des Designs ist nämlich nicht schutzfähig. Erst wenn diese eine konkrete urheberrechtsfähige Gestaltung angenommen hat, ist ein Urheberrechtschutz möglich. (LG Köln, Urteil vom 01.07.2009 – Az. 28 O 42/09)