Ein Auktionator wird nur dann Vertragspartner des Ersteigerers, wenn er im eigenen Namen handelt. Allerdings wird ihm ein besonderes Vertrauen entgegen gebracht und er hat ein eigenes wirtschaftliches Interesse am Vertragsschluss, so dass er Sorgfaltspflichten auch gegenüber dem Ersteigerer hat.

Im zugrundeliegenden Fall ersteigerte der Kläger auf einer Auktion das Gemälde eines Malers der Nachkriegszeit. Auf der Rückseite war ein Aufkleber mit einer Identifikationsnummer eines anderen Auktionshauses angebracht, welcher das Gemälde besagtem Maler zuschrieb.

Als der Käufer das Gemälde einem anderen Auktionshaus zum Verkauf übergab, stellte dieses fest, dass der Aufkleber nicht zu dem gekauften Gemälde gehörte, sondern zu einem anderen Werk des gleichen Künstlers.

Der Käufer schloss daraus, dass entweder der komplette Aufkleber gefälscht worden oder von dem anderen Gemälde entfernt und auf das jetzige Bild angebracht worden ist, um diesem einen vertrauenerweckenden Anschein zu geben.

Daraufhin verlangte er von dem Auktionshaus, bei dem er das Werk ersteigert hatte, sein Geld zurück. Dieses weigerte sich aber.

Das Amtsgericht München wies die Klage ab.

Der Kläger hat nach Ansicht des Amtsgerichts München keine Ansprüche aus dem Kaufvertrag, da das Auktionshaus nicht Vertragspartner geworden ist. Ob bei einer Versteigerung der Auktionator oder dessen Auftraggeber der Verkäufer ist, hängt davon ab, was der Versteigerer vorher erklärt.

(AG München, Urteil vom 29.08.11 – 191 C 199/10, Pressemitteilung des AG München vom 29.05.12)