Falls eine Verletzung des Rechts am eigenen Bild droht, muss ein Website-Betreiber, vor der Nutzung von Modelfotos für Werbezwecke die rechtliche Situation ausführlich prüfen. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, haftet er für den rechtswidrigen Upload selbst dann, wenn ein unbekannter Mitarbeiter den Rechtsverstoß begangen haben soll.

Im zugrundeliegenden Sachverhalt war die Klägerin ein Fotomodel, deren Foto von dem Fotografen in einem Internet-Bildportal hochgeladen wurde. Ohne Zustimmung der Klägerin wurde das Foto von einem Mitarbeiter des Beklagten heruntergeladen und zu Werbezwecken wieder hochgeladen.

Die Klägerin sah sich hierdurch in ihrem Recht am eigenen Bild verletzt, da sie der werbemäßigen Nutzung ihrer Fotos nicht zugestimmt hat. Daher verlangt sie Erstattung der Abmahnkosten sowie Schadensersatz wegen der unberechtigten Nutzung.

Das Landgericht Memmingen sprach der Klägerin den Anspruch zu.

Nach Ansicht des Gerichts hat der Beklagte in zurechenbarerweise die Rechte am eigenen Bild der Klägerin verletzt. Die Nutzung zu Werbezwecken geschah ohne Zustimmung der Klägerin, daher steht ihr ein Schadensersatzanspruch zu.

Der Einwand, dass ein unbekannter Mitarbeiter das Bild hochgeladen hat, ließ das Gericht nicht gelten, da der Beklagte vor der Nutzung von fremden Fotos die rechtliche Situation ausreichend klären muss.

(LG Memmingen, Urteil vom 04.05.11 – 12 S 796/10)