Im zugrundeliegenden Sachverhalt wurde eine verfasste Heiratsannonce von der Konkurrenz im Heiratsmarkt einer Zeitung inseriert.

Dieses Verhalten wurde abgemahnt, so dass sich nun die Frage nach den Kosten für die Abmahnung stellte. Das Argument, eine Annonce müsse weitgehend gleich ausfallen, wenn sie ein und die gleiche Person beschreibe, kann aufgrund der unerschöpflichen Vielfalt an sprachlichen Möglichkeiten den Beweis des Abkupferns nicht erschüttern, wenn die Annoncen weitgehend wortgleich sind. Allerdings stellt sich aber schon die grundsätzliche Frage nach der Schutzfähigkeit von solchen Annoncen. Dabei muss angemerkt werden, dass die Texte gerade nicht durch die zu beschreibenden Person weitgehend vorgeschrieben sind. Einerseits ist der Wortlaut und Stil der Annonce auf den angesprochenen Personenkreis zuzuschneiden und daneben ist die Beschreibung und Charakterisierung einer Person im Hinblick auf die gesamte Bandbreite der menschlichen Wahrnehmung zur Geltung zu bringen. Die Auswahl der Charaktereigenschaften sowie die sprachliche Umsetzung sind Beiträge zu einer individuell-schöpferischen Leistung. Eine solche Annonce ist damit urheberrechtlich geschützt. Die Kosten einer Abmahnung hat somit der Verletzer des jeweiligen Rechtes zu tragen. (LG München, Urteil vom 12.11.2009 – Az. 21 O 3262/08)