Fraglich war im zugrundeliegenden Fall, ob Aussagen, die während eines Interviews getätigt wurden, überhaupt urheberrechtlich schutzfähig sind.

Mit dieser Frage hatte sich das Oberlandesgericht Köln zu beschäftigen. Der Anlass dafür war das bundesweit aufgeführte Theaterstück „Kinski – Wie ein Tier im Zoo“, indem neben Passagen aus Kinskis Werken auch einige Äußerungen Klaus Kinskis verarbeitet wurden, die er in verschiedenen Interviews getätigt hat. Sprachwerke müssen, so die Ansicht des Gerichts, nicht zwingend künstlerisch oder wissenschaftlich sein, auch Alltagstexte und im Rahmen von Interviews getätigte Sprachäußerungen sind urheberrechtsfähig, wenn diese durch ihre individuelle Gedankenführung geprägt sind. Dabei ist es insbesondere ohne Bedeutung, ob lediglich kurze, prägnante Teile übernommen werden. Das Urheberrecht setzt nämlich für seine Schutzwirkung keinen Mindestumfang voraus, sondern lediglich einen bestimmten Grad an Individualität. Werden daher kurze, prägnante, im Rahmen eines Interviews getätigte Äußerungen übernommen, die als Charakterisierung der sich äußernden Person angesehen werden, belegt dies die eigenpersönliche Prägung. Somit sind auch solche Spontanäußerungen im Rahmen von Interviews urheberrechtlich schutzwürdig. (OLG Köln, Urteil vom 31.07.2009 – Az. 6 U 52/09)