Weltbild ist insolvent – was Arbeitnehmer jetzt wissen müssen!

Der Weltbild Verlag in Augsburg gehört nach eigenen Angaben zu den größten Internet-, Buch- und Medienhandelsunternehmen in Europa. 6800 Mitarbeiter erwirtschafteten in 2012 rund 1,59 Mrd. Euro Umsatz. Heute hat das Unternehmen einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Augsburg gestellt. Die Verunsicherung bei den betroffenen Mitarbeitern ist groß.

Was die Mitarbeiter jetzt wissen müssen:

1. Bekomme ich weiter mein Gehalt?

In der Regel erhalten alle Mitarbeiter die nächsten 3 Monate Insolvenzgeld. Um die Abwicklung kümmert sich meist der Insolvenzverwalter.

 

2. Was passiert nach dem Insolvenzantrag?

In den nächsten 3 Monaten dürfte wohl ein sog. vorläufiger Insolvenzverwalter prüfen, ob und wie es weiter geht. Während dieser Zeit wird sich entscheiden, in welchem Umfang der Betrieb weiter geführt wird und ob und in welchem Umfang es Kündigungen geben wird.

 

3. Werden jetzt Mitarbeiter gekündigt?

Kündigungen sind sicher zu erwarten. Ob dagegen erfolgreich vorgegangen werden kann muss im Einzelfall geprüft werden. Das hängt vor allem davon ab, wie es mit dem Unternehmen weiter geht. Werden etwa Teile des Unternehmens veräußert, könnten auch Arbeitsverhältnisse auf den Erwerber übergehen, dann könnte ggf. gegen zuvor ausgesprochene Kündigungen erfolgreich vorgegangen werden. Eine rechtliche Überprüfung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht sollte in jedem Fall erfolgen.

 

4. Was ist mit Abfindungen, die schon vor der Insolvenz vereinbart, aber noch nicht ausbezahlt worden sind?

Diese Fälle können sehr problematisch sein. Es kommt auf die konkrete Formulierung in einem Aufhebungsvertrag an, den Fälligkeitszeitpunkt und vieles mehr. In der jetzigen Situation können Sie jedoch an der eingetretenen Rechtslage kaum noch etwas ändern. Auch hier sollten Sie zeitnah einen Fachanwalt für Arbeitsrecht um Rat fragen.

 

5. Was passiert mit dem Arbeitsverhältnis nach dem Insolvenzantrag? 

Faktisch übernimmt ab sofort der vorläufige Insolvenzverwalter in die Rolle des Arbeitgebers. Für die Mitarbeiter läuft vorerst alles unverändert weiter. Keine gute Idee ist es, einfach zu Hause zu bleiben oder dergleichen. Nur wenn die Lohnzahlung ausbleibt können Sie zu Hause bleiben – allerdings sollten Sie Sich dafür ausdrücklich freistellen lassen oder dies konkret ankündigen.

 

Wenn Sie konkreten Beratungsbedarf haben, wenden Sie Sich an unsere Spezialisten, Rechtsanwalt Meyer oder Rechtsanwalt Cofala