Wird eine Ghostwriter-Vereinbarung geschlossen, beinhaltet diese einerseits die Verpflichtung des Autors die eigene Urheberschaft zu verschweigen und andererseits

die Möglichkeit des Namensgebers das fragliche Werk als eigenes in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Hierbei wird bezüglich der Urheberschaft vermutet, dass der als Autor angegebene auch der Urheber ist. Dies kann auch nicht dadurch widerlegt werden, wenn der tatsächliche Autor in einer Danksagung als Fußnote erwähnt ist. Fraglich ist jedoch, ob diese Vereinbarung nicht aufgrund von Sittenwidrigkeit nichtig ist, da die Angabe des Autors nicht der Wahrheit entspricht. Bei politischen Reden und Texten aktuellen politischen Inhalts werden derartige Vereinbarungen grundsätzlich als rechtsmäßig angesehen. Lediglich eine Ghostwriter-Vereinbarung zwischen einem Hochschulprofessor und seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern wird regelmäßig als sittenwidrig eingestuft. Bei allen anderen Textwerken wird die fragliche Vereinbarung in der Regel deshalb als zulässig erachtet, weil der wahre Autor die Möglichkeit hat diese nach 5 Jahren zu kündigen. Damit verzichtet er nicht endgültig auf sein Urheberrecht. (OLG Frankfurt a. M., Urteil vom 01.09.2009 – Az. 11 U 51/08)